Kommunikations- und Ausstellungsdesign

Ausstellungen

Macht des Glaubens – 450 Jahre Heidelberger Katechismus

Kunde: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg
Leistung: Ausstellungsgestaltung, Grafik, Medien
Fertigstellung: 11.05.2013

1.jpg

Zwei Orte, eine Ausstellung: Die Sonderausstellung »Macht des Glaubens – 450 Jahre Heidelberger Katechismus« wird im Kurpfälzischen Museum und im Schloss Heidelberg gezeigt. Sie stellt sich Fragen zum Entstehungskontext des kleinen, aber bedeutsamen Büchleins. Die Gestaltung schlägt den visuellen Bogen und ist in Kooperation mit urban shapes aus Berlin entstanden. Im Schloss hebt sie das historische Gebäude als Exponat hervor, im Kurpfälzischen Museum bringt sie thematisch angemessene Gediegenheit in die modernen Innenräume. Am Anfang der Erzählung steht jeweils die Inszenierung einer wertvollen Ausgabe des Katechismus.

Die Leitfarben sind Grün – die Farbe des Glaubens – und Rot – die Farbe der Macht. Entsprechend der thematischen Aufteilung. Im Museum geht es um Ideengeschichte: Welche wissenschaftlichen Neuerungen gibt es zu dieser Zeit? Wie sich verändert sich das traditionelle Weltbild und das religiöse Leben? Und warum verbreitet sich der Katechismus in der ganzen Welt? Im Schloss stehen die politischen Zusammenhänge im Mittelpunkt: Was hat der Katechismus mit der Reichs- und Außenpolitik der Kurfürsten zu tun? Wie werden über Hochzeiten politische Bündnisse geschmiedet und warum blüht das höfische Leben zu dieser Zeit so auf?  

Kräftige Farben leiten durch die Themenbereiche. Eigens angefertigte Illustrationen im Kupferstichstil (Chrigel Farner) auf den Kapitelstelen schaffen Orientierung.

Plakative Grafik unterstreicht den historischen Kontext. Stoffbezogene Vitrinen und leuchtende Kästchen bringen die wertvollen Exponate zum Strahlen.

Eine Wand in Petersburger Hängung zeigt hochkarätigen Gemälde des Jubelpaares und ihrer Ahnen. Ein Triumphbogen zum Durchschreiten lässt die Hochzeit von Friedrich dem V. und Elisabeth Stuart für die Besucher lebendig werden.

1613 heiraten Friedrich der V. und Elisabeth Stuart. Mit großem Gefolge reist das Paar von England nach Heidelberg. Pompöse Feierlichkeiten, aufwendige Feuerwerke und eigens gebaute Triumphbögen säumen ihren Weg. Ein kleiner Animationsfilm (oben) erweckt Illustrationen aus der Zeit zum Leben und erzählt den Besuchern die prunkvolle Geschichte.

Das Repräsentationsbedürfnis der Kurfürsten wird anschaulich an ihrem Wirken in Musik und Architektur. Hörstationen bieten Einblick in das musikalische Schaffen der Zeit.

Der Architekturraum bietet ein besonderes Highlight: Die wasserbetriebene Vogel-Kauz-Maschine zwitschert live für die Besucher ein Liedchen.

Die Medienstation zum Figurenpark an den Schlossfassaden bietet Einblick in die Bezüge der Renaissance-Architektur und ihre repräsentative Rolle für die Kurfürsten. Auf einem großen Touchmonitor können die Besucher zu jeder Skulptur der Fassaden vom Ottheinrichs- und Friedrichsbau Informationen nachlesen. Der Thesaurus Pictuarum, ein illustriertes Kompendium historischer Anekdoten aus der Kurpfalz, wird ebenfalls medial als Film aufgearbeitet.